Digitale Tasteninstrumente

Digital-Pianos gehen zurück auf den Beginn der 1990er Jahre. Da hielt die Samplingtechnologie Einzug in die Musiktechnik. Damit wurde es erstmals möglich, den komplexen Klavierklang versuchsweise wiederzugeben. 

Digital-Pianos

Digital Pianos versuchen, Klang und Spielgefühl von akustischen Klavieren möglichst authentisch wiederzugeben. Spezielle kompakte Mechaniken simulieren das Anschlagsgefühl einer traditionellen Klaviermechanik. Dies führt allerdings dazu, dass die Geräte wieder größer und vor allem schwerer werden.

Man unterscheidet folgende Arten von Digitalpianos, abhängig von ihrem primären Verwendungszweck:

Digital-Pianos Kawai CA 95 Digitalpiano

Homepianos

Die Digital-Pianos für den Hausgebrauch besitzen in der Regel eingebaute Lautsprecher und werden als Homepianos bezeichnet. Hier finden sich meistens Gehäuse aus Faserplatten, die mit schwarzem Laminat oder Holzfurnierimitation belegt sind. Sie sollen sich optisch ins heimische Ambiente einfügen und einfach zu bedienen sein. Für den Transport müssen sie meistens zerlegt werden, das kastenförmige Oberteil enthält die Tastatur und die gesamte Elektronik. Die drei Pedale und die Lautsprecher sind oft im separat konstruierten Ständer integriert. Das Gesamtgewicht dieser Geräte liegt zwischen 25 und 80 Kilogramm.

Kawai ES 100

Stagepianos

Bei Digital-Pianos für Bühnenauftritte, den sogenannten Stagepianos, fehlen Lautsprecher, oder diese haben nur die Funktion eines Monitors für den Musiker und dienen nicht zur Beschallung des Publikums. Stagepianos sind auf Portabilität und Robustheit optimiert. Zielgruppe sind vor allem Live-Musiker. Das Gehäuse ist meistens schwarz oder silber und überwiegend aus Metall. Die Geräte wiegen zwischen 7,8 und 38,2 Kilogramm, je nach Art der Tastatur und Gewicht eventuell integrierter Lautsprecher. Stagepianos werden wegen ihres schlichten „neutralen“ oder „technischen“ Designs auch zunehmend in Wohnzimmern aufgestellt und werden zu diesem Zweck von den Herstellern als Compact Pianos oder Style Pianos vermarktet.

Ensemble Digital-Pianos (Piano-Workstations)

Diese Multifunktions-Pianos sind sowohl in der Stagepiano- als auch in der Homepiano-Bauart verfügbar und bieten neben den herkömmlichen Digital-Piano Merkmalen oft über hunderte zusätzlicher Klänge, Begleitrhythmen, Begleitautomatik, Mehrspur-Sequenzer,

Hybrid Piano Kawai Klavier ATX-Serie

Hybrid-Pianos

Hybrid-Pianos sind eine Kombination zwischen akustischen und elektronischen Pianos. Es gibt zwei Varianten: Entweder man baut elektronische Komponenten in ein akustisches Piano ein (z.B. Kawai ATX2 Any Time oder Silent Systeme), oder man verwendet Elemente (meist die Mechanik) akustischer Pianos in einem elektronischen Instrument.  Ziel ist es, die Vorteile der jeweils anderen Kategorie nutzbar zu machen.

Erste Vertreter dieser Gattung waren die das Kawai EP 308 und EP 608, die 1977 auf den Markt kamen. Diese in ihrer Form an Flügel oder Klaviere angelehnten Geräte besitzen wie ein akustisches Piano Saiten, die allerdings kürzer als die vom Original sind, außerdem besitzen sie keinen oder einen kleineren Resonanzkörper.

Prinzipiell lässt sich jedes akustische Piano durch Einbau einer Stoppleiste und Elektronik zu einem Hybridpiano nachrüsten, so dass man mit Kopfhörern üben kann, ohne die Nachbarn zu stören. Im Gegensatz zu den klassischen Digitalpianos werden bei den Silent Pianos die Hammerköpfe jedoch vor den Saiten gestoppt und mittels optischen oder piezoelektrischen Sensoren durch ein eingebautes Digitalpiano ein MIDI-Signal erzeugt beziehungsweise eine gesampelte Tonausgabe generiert. Solche Geräte wurden beispielsweise vermarktet als Kawai Any Time, Schimmel Silent Pianos,

Portable-Pianos / Keyboards

Portable-Pianos sind Stage-Pianos mit mindestens 61, meistens 76 Tasten, die mit den Qualitäten eines Keyboards kombiniert sind. Da als Material in der Regel Kunststoff verwendet wird, sind sie leicht und somit gut transportabel. Neben Anschlüssen für den Bühneneinsatz wird in dieser Instrumentenkategorie inzwischen auch Wert gelegt auf Zusatz-Features wie ein um Schlagzeug-Pattern erweitertes oder Player-Fähigkeiten. Auch rudimentäre Masterkeyboard-Funktionen sind zu finden. Da  geringes Gewicht angestrebt wird, verfügen einige Modelle über keine Hammermechanik. Spezielle Keyboards, die bestimmte Instrumente nachahmen sollen (Hammond-Orgel, Fender Rhodes), verzichten auf eine Hammermechanik.